Verfassungsklage gegen den Staatstrojaner

Wir haben gerade 100 € für die Verfassungsklage von Digitalcourage e.V. gegen die Bundesregierung wegen des Staatstrojaners gespendet.

Der Verfassungstrojaner ist eine Schadsoftware, welche die Polizei und Geheimdienste auf den Computern von Verdächtigen installiert, beispielsweise in dem sie filmreif in die Wohnungen von Verdächtigen einbricht oder den Computer hackt. Einer der wichtigsten Punkte ist, dass dabei Sicherheitslücken ausgenutzt werden, die nur aus einem Grund nicht geschlossen werden: damit Geheimdienste und die Polizei besser Computer hacken kann. Wir schwächen also potenziell die IT-Sicherheit auf der gesamten Welt – und auch unsere eigene, man denke nur an Atomkraftwerke –  nur damit die Polizei und der Geheimdienst besser seine Bürger hacken kann.

Ein prominenter Fall dazu waren in letzter Zeit die Erpressungstrojaner „Petya“, „WannaCry“ und „NotPetya“, von denen weite Teile der deutschen Unternehmen massiv betroffen waren und der Millionen- bis Milliardenschäden verursachte. Der Trojaner nutzte Sicherheitslücken aus, welche die NSA genau aus dem gleichen Grund nicht an Microsoft meldete: um sie selber ausnutzen zu können. Wir müssen uns also fragen, ob wir auch direkt oder indirekt für solche Katastrophen durch staatliche Akteure verantwortlich sein wollen. Wir von lima-city denken, dass wir das nicht möchten. Die Sicherheit unserer Kundendaten und von allen IT-Systemen, egal ob in der Produktionsstraße von einem Industrieunternehmen, im Atomkraftwerk oder nur am Fahrkartenautomaten, ist uns wichtig, deshalb müssen wir uns im Notfall, auch und gerade für unsere Kunden, gegen den Staat wehren, sofern er die falsche Richtung einschlägt.

Deshalb appellieren wir an alle, ebenfalls einen kleinen Beitrag zur Klage von Digitalcourage e.V. zu leisten, damit es eine unabhängige Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht geben kann. Danke!

3 Kommentare

  1. Anstatt fuer etwas zu zahlen,was wahrscheinlich nicht durch kommen wird,nutze ich einfach Linux.
    Es ist schneller,sicherer und kostenlos.
    War auch nur ein einziges Linux Geraet von Petya,WannaCry oder NotPetya betroffen?
    Ich glaube nicht.
    Es waere daher sinnvoller,mehr fuer den Umstieg auf Linux zu werben,denn da gibt es wesentlich weniger Sicherheitsluecken.
    Kein System ist absolut perfekt,aber dadurch,dass es open source ist und jeder mithelfen kann,ist es eben perfekter als Windows.
    Vor dem Staatstrojaner muss ich auch keine Angst haben.
    Das Internet ist ja Neuland und da sich die Politiker im Neuland nicht auskennen und Computer hauptsaechlich mit Windows und OS X verkauft werden,wissen die wahrscheinlich nichtmal,dass Linux ueberhaupt existiert.
    Ich werde kein Geld dafuer ausgeben,dass ein paar mehr Luecken von einem hoffnungslosen Fall eventuell durch eine Klage geschlossen werden koennen.
    Man kann mir ja oft vorwerfen,dass ich Sicherheit nicht wichtig genug nehme,aber Windows Sicherheit ist mir keinen Cent wert.
    Wenn jemand meinen Vista hackt,kann er mir halt beim Minecraft spielen zuschauen,ist sicher sehr interessant.
    Wer fuer wichtige Infrastruktur noch auf Windows setzt,ist selbst an jedem Sicherheitsproblem schuld.

    • invalidenturm

      29. Juli 2017 at 16:56

      Was macht dich so sicher, dass Linux vor Angriffen gefeit ist? Letztendlich ist Android ein naher Verwandter von Linux und sämtliche Android Smartphones dürften unsere Schlapphüte sehr wohl interessieren…

      Ich werde die Verfassungsklage gerne unterstützen.

      • Das problem jedoch währe das wenn mehr auf Linux umsteigen würden das es auch deutlich mehr viren usw. dafür erstellt werden und somit Linux (und co) genauso unsicher sein kann

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